Flüchtlinge menschenwürdig behandeln und unterbringen
eingestellt am 07.05.2011
Die ca. 8000 Flüchtlinge in Bayern seien auf über 100 Lager verteilt. In den zum Teil in alten, renovierungsbedürftigen Kasernen eingerichteten Lagern wie in Würzburg oder Coburg teilten sich bis zu acht Personen einen Schlafraum. Gerade in älteren Lagern werde der Mindeststandard von 7 qm² Wohnfläche pro Person häufig unterschritten und bis zu acht erwachsene Männer teilten sich einen zu kleinen Schlafraum, so Andrae. Eine solche Unterbringung passe zur bayerischen Asyldurchführungsverordnung, die die Bereitschaft der Asylbewerber zur Rückkehr ins Heimatland fördern soll.
In der abschließenden Diskussion erörterte die Referentin mit den Zuhörern die medizinischen und seelischen Probleme, die viele Flüchtlinge betreffen. Die jahrelangen Wartzeiten bis zur Ablehnung oder Annahme des Asylantrags zermürben viele Lagerbewohner. Der Bayerische Flüchtlingsrat prangert die mangelnde Beratung und fehlende Beschäftigung der Flüchtlinge an und will die Lagerpflicht für Flüchtlinge abschaffen. „Viele Ziele wie die Abschaffung der Lagerunterbringung, bessere Betreuung durch Ärzte, Juristen und Sozialarbeiter decken sich mit Ansätzen der SPD-Landtagsfraktion“, schloss Maximilian Frisch, Vorsitzender der Jusos, die Veranstaltung Ein Gespräch zum Thema Flüchtlinge mit Politikern und Vertretern von Verbänden sei bereits in Planung.
